6. Agnostizismus in der Wissenschaft und Anthroposophie

GA 75/1922-05-11/p116 ·1922-05-11 · original (original)
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Ich habe ja auch nicht gesagt, daß wir im Mathematischen schon Realitäten erleben. Daher ist es völlig irrelevant, wenn eingewandt wird, daß das Mathematische als solches keine Wirklichkeit enthalte. Aber im Formalen enthält es eben durchaus Wahrheiten, und die können auch erlebt werden. Der Weg ist wichtig, wie man zur Wahrheit und wie man zu Erkenntnissen kommt, wenn diese auch zunächst innerhalb des Mathematischen selbst noch keine Wirklichkeit haben. Aber wenn nun dieses mathematische Erleben auf ein ganz anderes Gebiet übertragen wird, nämlich auf jenes Gebiet, wo nun auf das wirkliche Seelenleben die Exaktheit des Mathematischen angewendet wird, da wird ja der Charakter der Exaktheit, der zunächst im Mathematisch-Formalen erlebt wird, in das Reale hineingetragen. Und erst dadurch bin ich berechtigt, dasjenige, was für die Mathematik als bloß Formales gilt, in die Realität hinüberzutragen.

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