Philosophie

GA 76/1921-04-04/p058 ·1921-04-04 · original (original)
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Das zweite, worauf ich hinweisen möchte, ist — wiederum in bloß methodologischer Beziehung — das hier aufgeworfene Problem der Kategorien. Man könnte natürlich über das Kategorienhafte des menschlichen Denkens viele Stunden reden, allein ich möchte da zunächst nur auf das eine hinweisen: Innerhalb der eigentlichen Kategorientafel kommen die «Subjektivität» und die «Objektivität» gar nicht vor. Und daß innerhalb der eigentlichen Kategorientafel, der eigentlichen, der Urkategorientafel, «Subjekt» und «Objekt» gar nicht vorkommen, das bildet an sich eine Art von Beweis über das Wesen des kategorialen Denkens: Wenn man die Kategorien in der Weise nimmt, wie sie nun nicht aus irgendeinem Beweis hervorgehen, sondern einfach, ich möchte sagen, aus der Logik herausgelöst werden, so müssen sie, indem man sie aufstellt, anwendbar sein auf dasjenige, was über «subjektiv» und «objektiv» erhaben ist. Es muß das, worauf die Kategorien zunächst anwendbar sind, ein Übersubjektives und -objektives sein. Damit aber nun, daß die Kategorien durch den Menschen selbst angewendet werden, ist ein klarer Beweis gegeben, daß im kategorialen Denken nicht ein Subjektives gegeben ist, sondern ein Subjektiv-Objektives.

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Cite: GA 76/1921-04-04/p058 · edition original