{"corpus":"steiner","locus":"GA 77b/1921-08-24/p022","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Entwickelt man — jeder Mensch kann das entwikkeln —, entwickelt man die Kraft, die Gedanken hineinzutragen in das Bild-Erleben, und übt man dieses Hineintragen der Gedankenkraft in das ätherische Bild-Erleben lange genug - für den einzelnen Menschen ist es so lange, für den anderen anders lange —, übt man dieses lange genug, übt man es gewissermaßen so lange, bis es die nötige Stärke hat, um zu bekämpfen die fortdauernde Sucht, daß man den Gedanken verliert in den Bildern, behält man gewissermaßen Oberhand mit seiner Besonnenheit, mit dem Durchtränktsein der ätherischen Bild-Erlebnisse von der Gedankenkraft, dann tritt das Ich-Erlebnis wieder auf. Aber es tritt auf jetzt in einer völlig verwandelten Gestalt, es tritt jetzt auf vor der vollbesonnenen Seele, vor der Seele, die so besonnen ist, wie man nur in der Lösung irgendeines mathematischen Problems besonnen sein kann. Es tritt das Ich-Erlebnis heraus aus der ätherischen Bilderwelt, aber es tritt so heraus, daß wir es gewissermaßen nicht erblicken als etwas, was unserer physischen Körperlichkeit innewohnt, sondern daß wir es erblicken als hervorgehend aus der kosmischen Ätherwelt, bis zu deren Anschauung wir uns aufgeschwungen haben. Man möchte sagen: Während sonst unser Ich, wenn es heraustritt, so erlebt, so angeschaut wird, wie wenn es aus dem physischen Leibe käme, wie wenn es also aus einem menschlichen Zentrum herauskäme, erleben wir es jetzt, wie, ich möchte sagen, aus der unbestimmten Peripherie des Weltenalls unser Ich herunterstrahlt, wie es in einem Zentrum zusammenlaufen will, statt auseinanderzulaufen. Und wir merken: Von der Welt, in die wir jetzt versetzt sind mit voller innerer Besonnenheit, mit voller innerer Erkenntniskraft, von der Welt träumen wir eigentlich im gewöhnlichen Leben zwischen Geburt und Tod nur dann, wenn wir eine Kraft anwenden, die zunächst keine Erkenntniskraft sein kann, wenn wir die Kraft des Fühlens anwenden.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"3. Anthroposophie als Wissenschaft vom menschlichen Wesen","site_heading":null,"date":"1921-08-24","location":null,"word_count":294,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/77b/1921-08-24/p022","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/77b/1921-08-24/p022"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/77b/1921-08-24/p022","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}