3. Anthroposophie als Wissenschaft vom menschlichen Wesen

GA 77b/1921-08-24/p030 ·1921-08-24 · original (original)
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Dasjenige, was er da an Gedanken hineinträgt, man kann ihm folgen, man kann es prüfen. Denn an den Gedanken, die er gestaltet im imaginativen, im inspirierten, im intuitiven Leben, an den Gedanken kann man, wenn man sie sich vorhält, aus ihrer eigenen Natur und Wesenheit heraus die Richtigkeit prüfen. Man muß nur nicht an dem menschlichen Vorurteil, das ja in der neueren Zeit nur allzustark heraufgezogen ist, kleben, daß ein geprüfter Gedanke nur derjenige ist, für den man eine äußere sinnliche Tatsache als Beweis haben kann. Man muß erkennen, daß der Gedanke selber, derselbe Gedanke, den man in der äußeren Wissenschaft braucht, ein inneres Leben hat, daß er seine innere Organisation gestalten kann. Erlebt man nur diese innere Selbstgestaltung der Gedankenkraft, erlebt man sie in einer Weise, wie sie Hegel zu seiner Zeit noch nicht erleben konnte — daher er nur abstrakte Gedanken in seiner Philosophie aufdröselte —, erlebt man dieses lebendige Bewegen des Gedankens, das ich zunächst in seiner Gestalt darzustellen versuchte in meiner «Philosophie der Freiheit», dann kann man jeden einzelnen Gedanken, den der Geistesforscher äußert, wirklich prüfen. Derjenige, der diese Prüfung nicht unternimmt, der wird das zumeist aus dem Grunde heraus tun, daß er sich aus einem mangelhaften Willen veranlaßt fühlt, zu sagen: Dasjenige, was du da denkst, dem folge ich nicht, denn dazu gibt mir dasjenige, was ich bisher weiß, keine Veranlassung.

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