{"corpus":"steiner","locus":"GA 77b/1921-08-26/p010","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Wissenschaftsgesinnung der neueren Zeit ist also ohnmächtig gegenüber moralischen und sozialen Impulsen, das zeigt einfach der geschichtliche Verlauf der Tatsachen. Dasjenige, was von dieser Gesinnung ausgeht, das aber fließt durch eine gewisse soziale Notwendigkeit ein in die Gemüter der breitesten Menschenklassen. Aus dieser Gesinnung heraus wird dann auch von denjenigen, die gar nichts von Wissenschaft verstehen, die gar nicht an der Wissenschaft angekommen sind, über die sozialen Dinge dieser Welt geurteilt. Was heißt das in diesem Falle? Die sozialen Dinge werden so angesehen, daß man eigentlich dabei auch, wie bei der Wissenschaftsgestaltung, ausschaltet alles dasjenige, was in gesunder Weise als eine soziale und sittliche Wertung irgendeines Faktums für die Menschheit erscheinen muß. Mit dieser Tatsache will anthroposophisch orientierte Geisteswissenschaft ganz besonders rechnen. Sie will als Wissen, als das sie ganz im Sinne des modernen Wissenschaftsgeistes von der einen Seite auftritt, zugleich eine Macht werden, die imstande ist, in dem einzelnen menschlichen Individuum überall solche moralischen Impulse zu entfesseln, daß diese moralischen Impulse im sozial-heilsamen Sinne walten können. Dann aber muß anthroposophische Geistesrichtung dazu führen, ich möchte sagen, in die Blickrichtung der Menschen, die sie entwickeln gegenüber den Welterscheinungen, das Moralische, das Soziale so hineinzubringen, daß man es sieht.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"4. Anthroposophie als Moralimpuls und soziale Gestaltungskraft","site_heading":null,"date":"1921-08-26","location":null,"word_count":198,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/77b/1921-08-26/p010","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/77b/1921-08-26/p010"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/77b/1921-08-26/p010","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}