4. Anthroposophie als Moralimpuls und soziale Gestaltungskraft

GA 77b/1921-08-26/p023 ·1921-08-26 · original (original)
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Und nicht anders werden wir auf der einen Seite zum Erfassen des wahren Kernes der Anthroposophie kommen, auf der anderen Seite zur Erkenntnis der moralischen und der sozialen Impulse der Anthroposophie, als wenn wir einsehen, wie der [Wissenschafts-]Geist, der sonst nur die äußeren Naturtatsachen ergreift, sich nun umgestaltend, sich metamorphosierend hinein erstrekken kann [in das], was der Mensch zum Beispiel in seinen Instinkten, in seinen Willensimpulsen ist; denn das hängt zusammen mit dem eigentlichen Charakter unserer gegenwärtigen Zeitepoche, die etwa im 15. Jahrhundert begonnen hat, und in der wir heute noch immer drinnen stehen. Im 15. Jahrhundert wurden die ersten Keime des modernen Wissenschaftsgeistes gelegt, und dieser moderne Wissenschaftsgeist, er mußte sich — ich kann das jetzt nicht weiter ausführen, an anderen Orten habe ich es vielfach ausgeführt —, dieser moderne Wissenschaftsgeist, er mußte sich zunächst einseitig ausbilden. Er mußte die innere Seelenverfassung so ausbilden, daß sie geeignet ist, den Zusammenhang der äußeren Naturerscheinungen gesetzmäßig zu verfolgen. Damit diese einseitige Kraft des menschlichen Seelenlebens bei aller ihrer Einseitigkeit sich kraftvoll ausbilden konnte, mußten eine Weile zurückbleiben die anderen Kräfte des menschlichen Lebens und der menschlichen Organisation.

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