4. Anthroposophie als Moralimpuls und soziale Gestaltungskraft

GA 77b/1921-08-26/p027 ·1921-08-26 · original (original)
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Das ist dasjenige, was sich heraufentwickelt hat bis in unsere neueste Zeit. Das, meine sehr verehrten Anwesenden, hat aber auch dahin geführt, daß der Mensch jetzt nur mit seinem Vorstellungsvermögen, das einseitig entwickelt ist, an das soziale, an das sittliche Leben herantreten will, und daß aus der alten Tradition heraus daneben sittliche Einrichtungen, soziale Einrichtungen entstanden, für die nur noch Traditionen da sind, mit denen das Menschenleben in seiner Wirklichkeit gar nicht mehr zusammenhängt. Und während der Instinkt, die instinktgetragene Seelenverfassung aus einer Weltnotwendigkeit heraus das Geistige neben das Rechtliche, neben das Ökonomische hingestellt hat, fehlt jetzt dem noch nicht voll ausgebildeten Vorstellungsleben, dem einseitig entwickelten Vorstellungsleben die Möglichkeit, diese Gliederung des sozialen Organismus zu durchschauen. Chaotisch mischt sich durcheinander dasjenige, was der Mensch denken kann und dasjenige, was er an Traditionen hat. Er hat nicht den Impetus, die richtige Charakteristik zu sehen des geistigen, des rechtlich-staatlichen, des ökonomischen Lebens, und er hat sie in der neuesten Zeit in allen staatlischen Gebieten in ein Chaos durcheinandergemischt.

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