4. Anthroposophie als Moralimpuls und soziale Gestaltungskraft
Das aber, meine sehr verehrten Anwesenden, das gibt den tiefsten Grund ab für die Krisis, in der wir heute drinnenstehen; denn alles dasjenige, was Sie schildern können auf dem Gebiete des Schulwesens, auf dem Gebiete des freien Geisteslebens, soweit es sich noch in seiner Freiheit erhalten hat, alles dasjenige, was Sie schildern können auf dem Gebiete des Geschäftslebens, der anderen Wirtschaftszweige, all das sind Spezialkrisen gegenüber der großen Krise, [die darin besteht,] daß der Mensch heute, ohne daß die breite Masse es eigentlich weiß, hineingestellt ist in ein soziales Chaos, das seine innerste Wesenheit eigentlich ablehnt. Und dieses Ablehnen, das äußert sich in den revolutionären, sozialrevolutionär wirkenden Kräften der Gegenwart. Und so lange man nicht einsehen wird, daß in dieser neuzeitlichen Ohnmacht des Menschen, die Gliederung des sozialen Organismus zu durchschauen, die Grundlage für unsere gegenwärtige Weltenkrisis liegt, wird man auch kein Verständnis haben können für die bessernden Kräfte dieser Weltenkrisis gegenüber.
Cite:
GA 77b/1921-08-26/p029 · edition original