{"corpus":"steiner","locus":"GA 77b/1921-08-26/p033","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Was man für einen Kopf hat, meine sehr verehrten Anwesenden, das hängt zu einem gewissen Teil ab davon, wie der übrige Organismus des Menschen beschaffen ist. Aber wenn man sich nur einseitig an dasjenige hält, was im Kopfe lebt, so kommt man nicht dazu, den übrigen Organismus zu erfassen; dann wirkt der übrige Organismus wie ein Unbekanntes. So wirkt dasjenige, was unterhalb des Vorstellungslebens im Willen wirkt, für den modernen Wissenschaftsgeist noch als ein Unbekanntes. Wenn also diese moderne Wissenschaft so wirkt, wie der Mensch geartet ist, so durchschaut sie nicht, daher durchlebt sie auch nicht, was in der Willensnatur des Menschen ist, denn sie dringt nicht in diese Willensnatur des Menschen ein. Indem Anthroposophie vom Wissen zum vollen Leben aufsteigt, fließt sie mit dem ganzen menschlichen Bewußtsein in den Strom von Instinkt und Willen ein, macht diese selbst bewußt, und man erlangt dadurch die Möglichkeit, nicht nur an seinem Denken, sondern an seinem ganzen Menschen zu arbeiten. Dann aber, wenn wir eine Wissenschaft haben, die an dem ganzen Menschen arbeitet, dann entsteht, während wir denken, an dem anderen Menschen dasjenige, was nun wiederum dieses Denken beeinflussen darf. Dann wirkt Wissen und Leben wie ein Organisches, wo das eine das andere gleichzeitig bedingt, nicht nacheinander. Dann darf in diesem organischen Zusammenwirken Philosophie, auch Sitten-Philosophie, auch MoralPhilosophie dasjenige sein, was der Mensch aus ihnen machen kann vermöge seiner Artung.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"4. Anthroposophie als Moralimpuls und soziale Gestaltungskraft","site_heading":null,"date":"1921-08-26","location":null,"word_count":228,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/77b/1921-08-26/p033","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/77b/1921-08-26/p033"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/77b/1921-08-26/p033","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}