Dritter Vortrag

GA 78/1921-08-31/p027 ·1921-08-31 · original (original)
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Aber da konnte Nietzsche nicht sprechen in den Formen, welche der moderne Wissenschaftsgeist, der Geist des Agnostizismus heraufgebracht hatte. Da mußte er sich eine andere Sprache, eine ins Lyrisch-Episch-Dramatische drängende Sprache finden; da mußte er eine Sprache finden, die sogar aus dem Bewußtseinszustand herausführte, in dem konzipiert ist dieser moderne agnostische Wissenschaftsgeist. Es ist etwa, wie wenn Nietzsche überall, gerade in den bedeutsamsten Partien seines «Zarathustra», herausdrängte aus dem gewöhnlichen Bewußtsein zu einer Art Überbewußtsein, als ob er eine Verwandlung, eine Metamorphose des Bewußtseins suchte, um in einer Welt leben zu können, die mit dem gewöhnlichen Tagesbewußtsein nicht erreichbar ist. Es war Nietzsche, als ob er die Art, wie der Mensch mit der Welt lebt, überwinden müsse. Zarathustra soll nicht ein Mensch sein, der den pedantischen Schritt mitmacht, den sich die Menschheit der neueren Zeit angewöhnt hat, in dem Zeitenmaße, in dem sich die äußere einseitige Wahrnehmungswelt bewegt. Zarathustra sollte werden ein leichtfüßiger Geist, der hinwegtanzt über dasjenige, was sonst den Menschen lastend herunterhält in diese einseitige Wahrnehmungswelt.

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