Wege zur Erkenntnis Höherer Welten
Das ist das Wichtige, daß wir uns klar sind darüber, daß in der neueren Zeit, ebenso, wie durch die Wissenschaft in vieler Beziehung Zweifel entstanden sind an den geistigen Welten, auch durch die Wissenschaft wiederum diese geistigen Welten erobert werden müssen. Es ist eine Kurzsichtigkeit, zu glauben, daß der Mensch dadurch, daß er mit ebenso besonnenem Bewußtsein in die höheren Geisteswelten aufsteigt, wie er mit seinen Sinnen an die Sinneswelt kommt, irgendwie das religiöse Leben beeinträchtigen würde. Diejenigen, die in dieser Richtung Kritik üben, die üben gewöhnlich ihre Kritik aus dem Glauben heraus, daß anthroposophische Geisteswissenschaft auch nur zu einem Intellektualismus, zu einem Rationalismus komme. Das ist nicht der Fall. In diejenige Entwickelung des Denkens, die auf die angedeutete Weise errungen wird, fließt der ganze Mensch nach Fühlen, nach Wollen ein, und was die hier gemeinte Geisteswissenschaft als Weg in die höheren Welten vorzeichnet, das ist eine Entfaltung, eine Entwickelung des Vollmenschen. Und so wie auch im gewöhnlichen Sinnesleben das Denken nur erscheint als eine Blüte aus dem Organismus heraus, so erscheint auch die höhere Erkenntnis als eine Blüte des vollentwickelten Menschen, der alle seine Kräfte auf dem Wege in die höheren Welten hinein harmonisch und intensiv ausbildet.