{"corpus":"steiner","locus":"GA 8/l11/p002","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Man darf sagen, daß Philo mit dieser Art die Bibel zu lesen, einem Zuge seiner Zeit entsprach, der aus der Mysterienweisheit geschöpft war; konnte er ja dieselbe Art der Auslegung alter Schriften von den Therapeuten berichten. «Sie besitzen auch Werke alter Schriftsteller, die einst ihre Schule leiteten und viele Erklärungen über die in den *allegorischen* Schriften übliche Methode hinterließen . . . Die Auslegung dieser Schriften ist bei ihnen auf den tieferen Sinn der allegorischen Erzählungen gerichtet». So war Philos Absicht auf den tieferen Sinn der «allegorischen» Erzählungen des alten Testaments gerichtet. Man vergegenwärtige sich, wozu eine solche Auslegung führen konnte. Man liest den Schöpfungsbericht und findet darin nicht nur eine äußerliche Erzählung sondern das Vorbild für die Wege, welche die Seele nehmen muß, um zum Göttlichen zu gelangen. Die Seele muß also — darin nur kann ihr mystisches Weisheitsstreben bestehen — in sich die Wege Gottes mikrokosmisch wiederholen. Es muß sich in jeder Seele das Weltendrama abspielen. Eine *Erfüllung* des im Schöpfungsbericht gegebenen Vorbildes ist das Seelenleben des mystischen Weisen. Moses hat nicht nur geschrieben, um geschichtliche Tatsachen zu erzählen, sondern um in Bildern zu veranschaulichen, was die Seele für Wege nehmen muß, wenn sie Gott finden will.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Christentum und Heidnische Weisheit","site_heading":null,"date":null,"location":null,"word_count":199,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/8/l11/p002","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["AP1947","RPC1961"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/8/l11/p002"},{"lang":"en","edition":"AP1947","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/8/l11/p002"},{"lang":"en","edition":"RPC1961","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":false,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/8/l11/p002?edition=RPC1961"}]}