Das Wesen der Anthroposophie

GA 80a/1922-01-16/p010 ·1922-01-16 · original (original)
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Dadurch wird nun in deutlicher Weise ja darauf hingewiesen — meine sehr verehrten Anwesenden —, dass nicht irgendetwas, was im Inneren des menschlichen Organismus in einer krankhaften Weise hervorgeholt wird, sodass dasjenige, was ich Ihnen jetzt beschreibe, durchaus nicht zur Halluzination, zur Vision und dergleichen führen kann, sondern im Gegenteil, gerade nach dem anderen Pol des menschlichen Seelenlebens hinführt. Nicht dasjenige, was man erreichen kann durch irgendwelches krankhafte Hinbrüten, abgesondert von der äußeren Wahrnehmung, wird als ein Ideal angestrebt, sondern als Ideal gilt gewissermaßen jene gesunde menschliche Seelenhingabe, die man entwickelt, wenn man den äußeren Sinneseindrücken vollbewusst, mit absolutester Beherrschung auch des Willens gegenübersteht. Und indem man diese Lebendigkeit anwendet auf dasjenige, was man in den Mittelpunkt des Seelenlebens in der geschilderten Weise stellt, kommt man dahin, tatsächlich das Vorstellungs-, das Denkleben zu verstärken, kraftvoller zu machen, so wie man einen Muskel verstärkt, wenn man ihn immerfort anwendet.

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