{"corpus":"steiner","locus":"GA 80a/1922-01-16/p012","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Dasjenige, was man aber jetzt vor allen Dingen nötig hat, ist, dass man sich klar ist: Wenn man das ganze Seelenleben auf einen solchen Vorstellungskomplex konzentriert, dann taucht — ich möchte sagen — das Seelenleben allmählich in eine Region unter, in der es zwar Geläufigkeit bekommt, lebendig vorzustellen, Geläufigkeit bekommt darin, solche Vorstellungen in Fülle zu haben, die mit einer inneren Intensität auftreten wie sonst nur die äußeren Sinneswahrnehmungen; aber, wenn man nicht eine andere Fähigkeit entwickelte, so würde man zuletzt in einer gewissen Weise in die Gewalt dieser Vorstellungen kommen. Sie würden einen bedrängen, sie würden da sein, man würde ihnen hingegeben sein. Es würde dazu kommen, dass die Vorstellungen den Menschen haben und nicht der Mensch die Vorstellungen. Dasjenige, was daher notwendig ist, ist, dass diesen Übungen — in der verschiedensten Weise modifiziert — andere an die Seite gestellt werden, Übungen, die darin bestehen, solche Vorstellungen wiederum zu unterdrücken, aus dem Bewusstsein fortzuschaffen; sodass man auf [der einen] Seite die Fähigkeit bekommt, das Bewusstsein vorstellungsgemäß so intensiv als möglich zu machen, und auf der anderen Seite in freier Willkür diese Vorstellungen fortzuschaffen und überzugehen in den Zustand, den man als das leere Bewusstsein bezeichnen kann. Aber man merkt, dass, wenn solche Übungen eine Zeit lang fortgesetzt worden sind, man in seinem ganzen Denkleben frei geworden ist von demjenigen, was der Leib an gewöhnlichem Denkleben als seinen Anteil hat.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Das Wesen der Anthroposophie","site_heading":null,"date":"1922-01-16","location":null,"word_count":230,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/80a/1922-01-16/p012","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/80a/1922-01-16/p012"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/80a/1922-01-16/p012","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}