Das Wesen der Anthroposophie

GA 80a/1922-01-16/p046 ·1922-01-16 · original (original)
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Die Anthroposophie will nicht abstrakte Erkenntnis sein, nicht bloß Theorie sein, sie kann nicht bloß die einzelnen Wissenschaften befruchten, sondern sie dringt vor von der gestalteten zu der sich gestaltenden Welt. Und nehmen wir einen Ausspruch, durch den Goethe gerade seine Art künstlerischer Empfindung charakterisiert hat. Er sagt: Die Kunst ist eine Manifestation geheimer Naturgesetze, die ohne die Kunst niemals würden offenbar werden können. - Goethe will, indem er künstlerisch schafft, nicht menschliche Willkür dem Stoffe einpflanzen, sondern das, was aus dem Kosmos selbst heraus im Geistigen empfunden oder — wie wir heute sagen wollten — im Geistigen erschaut wird. Ein Bau konnte erstehen, der in seinen Formen genau dasselbe für die äußere Anschauung sagt, was in Worten gesagt wird, indem man aus der Idee heraus die anthroposophische Anschauung, das Schauen der geistigen Welt vertritt. Und so wird Anthroposophie befruchtend auch für das künstlerische Leben wirken können.

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