Das Wesen der Anthroposophie

GA 80a/1922-01-16/p053 ·1922-01-16 · original (original)
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Und so sucht Anthroposophie Grundlage zu werden für eine wahre Lebenspraxis. Wir durchpulsen uns mit dem, was im geistigen Leben erschaut werden kann, versuchen es aber in alle Gebiete des Lebens, der Lebenspraxis, hineinzutragen. Denn nicht diejenige geistige Welt ist die richtige, in die man sich flüchten muss, sondern diejenige, in der man tatkräftig ins Leben untertauchen kann. Und so möchte Anthroposophie werden nicht irgendetwas, was gegen die großen Fortschritte der Naturerkenntnis und dessen, was aus Naturerkenntnis hervorgeht, sich wendet, sondern etwas, was geradezu dieser Naturerkenntnis im Sinne einer Geisterkenntnis, aber auch im Sinne einer wahren geistgemäßen menschenwürdigen Lebenspraxis weiterbildet. Niemand mehr als gerade der, der auf dem Boden dieser geisteswissenschaftlichen Anthroposophie steht, wird die große Bedeutung der neuzeitlichen Naturwissenschaft anerkennen und ablehnen jeden Dilettantismus auf jedem Gebiet, wenn dieser für das geistige Leben tonangebend werden will. Aber das muss dennoch aus den tiefsten Sehnsuchten des menschlichen Herzens und alles menschlichen Erkenntnisstrebens hervorgehen, was zum Schluss Anthroposophie sein will.

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Cite: GA 80a/1922-01-16/p053 · edition original