Anthroposophie und die Rätsel der Seele

GA 80a/1922-01-17/p003 ·1922-01-17 · original (original)
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Meine sehr verehrten Anwesenden! Den Daseinsrätseln steht der Mensch eigentlich erst dann wirklich gegenüber, wenn er einen Grad von Bewusstheit über das Leben ausgebildet hat, wenn er genötigt ist, sich Vorstellungen, Empfindungen, Gefühle über sein Verhältnis zur Welt zu machen. Dann aber, wenn er in eine solche Lage gekommen ist, dann bedeuten für ihn die Daseinsrätsel durchaus dasjenige, was man eine Lebensfrage nennen kann. Denn sie hängen nicht nur zusammen mit irgendwelchen theoretischen Sehnsuchten, sie sind nicht bloß äußerliche Bildungsfragen, sondern es hängt ab die ganze Stellung des Menschen zur Welt, die Art, wie sich der Mensch in der Welt zurechtfinden kann, der Grad von Sicherheit, den er im Leben haben kann, und der innere Halt, mit dem er [sich] durch dieses Leben bewegen kann.

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