Anthroposophie und die Rätsel der Seele
Nun will ich heute nicht in der Art zu Ihnen sprechen — meine sehr verehrten Anwesenden —, wie gegenwärtig über dieses Unbewusste der Seele sehr häufig gesprochen wird, indem man alles dasjenige, was unklar im Bewusstsein schillert, eben in diesem großen Behälter schillert, eben in diesem großen Behälter dieses Unbewusste unterbringt und sich mehr oder weniger vage Vorstellungen darüber macht, wie dieses Unbewusste oder Unterbewusste wirkt. Ich spreche ja seit vielen Jahren hier von diesem Orte aus über Fragen der anthroposophischen Forschung und kann daher heute nicht von dem Allerelementarsten dieser Forschung ausgehen, sondern möchte die Fragen des Seelenlebens in ihrem ureigentlichen Sinne so betrachten, wie sie in einem gewissen Sinne mit Glück und Unglück des Lebens zusammenhängen. Da muss man aber schon eingehen auf dasjenige, was im menschlichen Seelenleben, durchflutet von allerlei zunächst Unbekanntem, auf das wir eben gerade durch die heutigen Betrachtungen mehr oder weniger klar hinweisen wollen, was in diesem Seelenleben beunruhigend oder beruhigend, beglückend oder leidvoll, und was dazwischen liegt, wirken kann.
Cite:
GA 80a/1922-01-17/p006 · edition original