{"corpus":"steiner","locus":"GA 80a/1922-01-17/p012","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Wenn der Mensch gewissermaßen sich hinlebt nach dem Vorstellungsleben, so empfindet er — wie gesagt, ich spreche klar aus, was unklar nur empfunden wird, was niemals ganz zum Bewusstsein gebracht wird —, so empfindet der Mensch etwas wie die Nichtigkeit seines eigenen Daseins. Das Vorstellungsleben ist ein Bilderleben. Das Vorstellungsleben ist etwas, was sich uns während unseres wachen Tageslebens anfüllt mit dem, was wir aus der äußeren Welt an Eindrücken, an Wahrnehmungen empfangen. Dasjenige, was wir aus der Natur herein erleben, das bildet den Inhalt unserer Vorstellungen, das lebt in uns, das ist es selbst, was wir aus unseren Erinnerungen heraufholen. Aber, obwohl wir uns bewusst sind: Ja, du bist tätig, indem du diese deine Erlebnisse verarbeitest in den Vorstellungen. Indem du die Vorstellungen trennst und verbindest, du bist innerlich tätig, aber du hast diese deine Tätigkeit nicht voll in deinem Geiste gegenwärtig. Was in deinem Geiste gegenwärtig ist, das ist im Grunde genommen Spiegelbild der äußeren Welt. Wir wissen, wir müssen uns anlehnen mit unserem Vorstellungsleben an diese äußere Welt. Das, was wir haben, es ist bloß Bild der äußeren Welt. Wir leben, indem wir in unseren Vorstellungen leben, in Bildern. Wir empfinden kein vollinhaltliches Dasein in unserem Vorstellungsleben.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Anthroposophie und die Rätsel der Seele","site_heading":null,"date":"1922-01-17","location":null,"word_count":200,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/80a/1922-01-17/p012","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/80a/1922-01-17/p012"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/80a/1922-01-17/p012","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null},"other_renderings":{"loci":[{"locus":"GA 297a/1922-01-17","ga":"297a","lecture":"1922-01-17","kind":"reprint","relation":"the same text served under another volume (a reprint or another edition)"}],"note":"The same lecture is also served at the loci listed, each with how it relates to this one. They are ONE witness, not independent attestations: quote the rendering you fetched, and do not cite another as corroborating it. Wording differs between translations, so a quotation found in one need not occur in the other."}}