{"corpus":"steiner","locus":"GA 80a/1922-01-17/p016","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Und auf der anderen Seite, indem der Mensch sich hinlebt zum Willenselement, empfindet er — ich möchte sagen — den entgegengesetzten Zustand. Da ist eine andere Unterströmung im Seelenleben vorhanden. Da empfindet der Mensch, wie er seinen Trieben, seinen Emotionen, seinen Instinkten ausgesetzt ist, wie da ein Naturhaftes in das menschliche Seelenleben hineinspielt, das sich nicht aufschließt zur Klarheit des Denkens, das immer in einer gewissen Weise in eine Realität, in eine Wirklichkeit getaucht ist, die wir nicht lichtvoll durchdringen können, die ein Finsteres in uns selber bildet. Und man kann wiederum, wenn man mit unbefangener Beobachtung in diese Unterströmungen der Seele eindringen kann, angeben, wie dasjenige — man muss immer einen Widerspruch sagen, indem man eben dasjenige, was in den Tiefen der Seele existiert, charakterisieren will —, wie dasjenige, was da lebt, unbewusst empfunden wird. Man muss es dann charakterisieren, indem man sagt: Es wird empfunden so, wie im Bewusstsein etwa der Zorn empfunden wird, oder auch wie der Mensch empfindet, wenn er nicht ausatmen kann, wenn gestört ist seine Blutzirkulation so, dass nicht in der richtigen Weise die Atmungsluft in seinem Leibe umgesetzt wird, wenn eine Art Ersticken kommt. Etwas wie Zornmütigkeit ist immer durch ein solches Hinleben zum Willenselement in der menschlichen Seele.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Anthroposophie und die Rätsel der Seele","site_heading":null,"date":"1922-01-17","location":null,"word_count":206,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/80a/1922-01-17/p016","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/80a/1922-01-17/p016"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/80a/1922-01-17/p016","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null},"other_renderings":{"loci":[{"locus":"GA 297a/1922-01-17","ga":"297a","lecture":"1922-01-17","kind":"reprint","relation":"the same text served under another volume (a reprint or another edition)"}],"note":"The same lecture is also served at the loci listed, each with how it relates to this one. They are ONE witness, not independent attestations: quote the rendering you fetched, and do not cite another as corroborating it. Wording differs between translations, so a quotation found in one need not occur in the other."}}