Anthroposophie und die Rätsel der Seele

GA 80a/1922-01-17/p031 ·1922-01-17 · original (original)
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So — meine sehr verehrten Anwesenden — bietet Anthroposophie die Perspektive, die etwa ein Franz Brentano suchte. Brentano begann auch bei einer Untersuchung der Gedanken, er ließ aber die Gedanken so, wie sie im gewöhnlichen Bewusstsein sind. Er beschränkte sich darauf, bloß dasjenige zu registrieren, was im gewöhnlichen Bewusstsein vorhanden ist. Erst die Verstärkung des Gedankenlebens durch Meditation und Konzentration führt dieses Gedankenleben zu der inneren, plastischen Gestaltungskraft. Und sie führt wirklich auf den Weg, der beim Erfassen des einfachen, alltäglichen Gedankens beginnt und der endet bei demjenigen geistig-seelischen Element des Menschen, das da gelebt hat vor der Geburt, vor der Konzeption, in der geistig-seelischen Welt selber und das sich mit den Vererbungskräften, mit den physischen Kräften des Menschenleibes verbunden hat. Auf einem anderen Wege gibt es keine Lösung der Seelenrätsel als dadurch, dass man diesen Weg wirklich findet von den einfachsten Erscheinungen des alltäglichen Lebens bis zu den großen Rätselfragen des Daseins.

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