{"corpus":"steiner","locus":"GA 80a/1922-01-17/p033","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Man kann es dadurch erreichen, dass man dieses Willensleben in einem gewissen Sinne losreißt von seiner Alltäglichkeit, es kann das dadurch geschehen. Ich habe wiederum viele einzelne Übungen gegeben, die jahrelang — Geisteswissenschaft ist nicht leichter als die Forschung auf der Sternwarte oder auf der Klinik —, die jahrelang getrieben werden müssten. Aber ich möchte Einzelnes nur herausgreifen, um das Prinzipielle anzudeuten. Wenn man dasjenige, was im gewöhnlichen Denken als Wille wirkt - denn im Denken ist immer ein Wille vorhanden, die Gedanken werden durch den Willen gestaltet, das Gedankliche ist nur die eine Seite, im Seelenleben ist immer der Wille mit den Gedanken durchwoben und die Gedanken mit dem Willen -, wenn man das Willenselement, das in den Gedanken lebt, dadurch losreißt von seinem gewöhnlichen Gange, der sich an die äußeren physischen Tatsachen hält, dadurch, dass man zum Beispiel etwas rückwärts vorstellt — sagen wir. Während man gewohnt ist, ein Drama vom ersten bis zum fünften Akte vorzustellen, stellen wir einmal dieses Drama von den letzten Vorgängen bis zum Anfange hin rückwärts verlaufend vor. Man gehe dann über dazu, äußere Tatbestände rückwärts verlaufend vorzustellen. Man kann zum Beispiel am Abend sein gewöhnliches Tagesleben rückverlaufend so vorstellen, dass man in möglichst kleinen Partien vorgeht, vom Abend bis zum Morgen, selbst bis zu dem Grad, dass man das Hinaufgehen über eine Treppe so rückwärts vorstellt, dass man es wie ein Rückwärts-Heruntergehen von der obersten bis zu der vorletzten Treppe und so weiter vorstellt.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Anthroposophie und die Rätsel der Seele","site_heading":null,"date":"1922-01-17","location":null,"word_count":242,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/80a/1922-01-17/p033","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/80a/1922-01-17/p033"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/80a/1922-01-17/p033","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null},"other_renderings":{"loci":[{"locus":"GA 297a/1922-01-17","ga":"297a","lecture":"1922-01-17","kind":"reprint","relation":"the same text served under another volume (a reprint or another edition)"}],"note":"The same lecture is also served at the loci listed, each with how it relates to this one. They are ONE witness, not independent attestations: quote the rendering you fetched, and do not cite another as corroborating it. Wording differs between translations, so a quotation found in one need not occur in the other."}}