Anthroposophie und die Rätsel der Seele

GA 80a/1922-01-17/p034 ·1922-01-17 · original (original)
Record: unknown. How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.

Dadurch, dass man immerzu gewohnt ist, das Denken immer in demselben Sinne zu führen, wie die äußeren Tatsachen verlaufen, spielt das Denken für uns eigentlich in Bezug auf den Willen, der in ihm entfaltet wird, eine passive Rolle. Es wird aktiv innerlich tätig, durchsetzt von innerlicher Initiative, wenn wir durch solche Übungen es schulen wie das Rückwärtsvorstellen, wo wir es losreißen von dem Gang der äußeren Tatsachen, wo wir es auf sich selbst angewiesen machen. Denn wenn wir solches, was wir auf diese Weise in sorgfältigen und energischen Übungen erreichen, verstärken durch eine wirklich ernste Selbstbeobachtung, indem wir dasjenige, was wir als Willensmensch tun, so beobachten, wie wenn wir neben uns stehen würden und uns Stück für Stück in unserer Willensentfaltung beobachten würden; oder auch, wenn wir zur Aktivität übergehen würden, wenn wir Übungen geradezu zu dem Zwecke machten, uns etwas vorzunehmen und es dann mit einer eisernen Energie exakt auszuführen, sodass wir ganz im Willenselement leben — ich wollte nur prinzipiell solche Übungen angeben, die den Willen losreißen nicht nur von den äußeren Tatsachen, sondern von seinem Gebundensein an den Leib selber, die den Willen selbstständig machen, vergeistigen —, dann kommen wir auf diese Art tatsächlich zu einer Willensentfaltung, sodass wir uns mit unserem Seelenleben, das nun den Willen entfaltet, außer unserem Leibe erleben. Es ist ein bedeutsames Erleben.

Read this passage in another edition
DEoriginalENEnglish
Raw JSON: /v1/steiner/de/ga/80a/1922-01-17/p034.json
Cite: GA 80a/1922-01-17/p034 · edition original