Anthroposophie und die Rätsel der Seele

GA 80a/1922-01-17/p051 ·1922-01-17 · original (original)
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Und es ist ja auch so - der Mensch wird nämlich Folgendes gewahr werden, gerade wenn er sich mit den Ergebnissen der Anthroposophie in Bezug auf die eigenen Seelenrätsel befasst: Lernen — meine sehr verehrten Anwesenden —, so sonderbar das klingt, es ist eine Wahrheit, die jeder, der sich mit Anthroposophie befasst, erfahren kann gerade mit Bezug auf die Seelenrätsel, lernen kann man im Grunde genommen die Anthroposophie nicht. Man kann ihre Ergebnisse an sich herantreten lassen, man kann Bücher lesen, Vorträge hören. Aber wenn man nicht fortwährend dasjenige erlebt, was man so aufgenommen hat, wenn man nicht in einem fortdauernden Prozesse dasjenige mit der menschlichen Seele verbindet — wie man die leiblichen Stoffe der Außenwelt durch den Ernährungs- und Stoffwechselvorgang fortwährend mit den leiblichen Prozessen verbindet -, wenn man nicht so mit dem seelischen Prozesse dasjenige verbindet, was in Anthroposophie dargeboten wird, man wird sehen, es verliert seine Bedeutung für das Seelische so, wie das Physische seine Bedeutung für die Leiblichkeit verliert, wenn es nicht fortwährend in diese Leiblichkeit eingeführt wird. Und wie sich ausspricht leiblich in dem Hunger und Durst das Nichtvorhandensein der physischen Nahrung, so spricht sich aus in einem aus den Tiefen der Seele heraufdringenden, ängstlichen und krankhaftzornmütigen Wesen dasjenige, was beeinflusst sein will durch eine wirkliche Erkenntnis der geistigen Bedeutung des Vorstellungs- und des Willenslebens. Und dringt der Mensch vor dadurch, dass er in seinem Bewusstsein das immer hegen kann wie eine Nahrung seiner Seele, was ihm so die anthroposophische Forschung gibt, dann, dann findet er dasjenige, was er als Gleichgewicht seines Seelenlebens braucht, was er als eine fortwährende Lösung, als eine fortwährende lebendige Lösung der auch fortwährend lebendigen Seelenrätsel empfinden und erleben muss.

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Cite: GA 80a/1922-01-17/p051 · edition original