Anthroposophie und die Rätsel der Seele

GA 80a/1922-01-17/p059 ·1922-01-17 · original (original)
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Man sieht durch Anthroposophie ein, wie der Gedanke gestaltend wirkt. Nun, er wirkt nicht nur im menschlichen Leib gestaltend als das Seelisch-Geistige, er wirkt auch gestaltend, wenn wir ihn in der richtigen Weise als soziale Ideale in das menschliche Gesellschaftsleben einführen können, und es wirkt der durchschaute Wille in der richtigen Weise auch in sozialer Beziehung. Denn wie durch ihn, wie wir wissen, das menschliche Leibliche aufgelöst wird, so wird dasjenige, was als durchschautes Willenselement in das soziale Leben richtig eingeführt wird, im richtigen Augenblick erkennen, wo irgendeine Einrichtung sich überlebt hat, verschwinden muss, damit gerade ihre Früchte in einer neuen Gestalt aufleben können. So wie das Geistig-Seelische aus dem Abbauen des Leiblichen in der dargestellten Weise sich erhebt, so erheben sich die höheren Gebilde des sozialen Lebens dadurch, dass gewisse äußere Einrichtungen, die sich überlebt haben, verschwinden, dass dieses Verschwinden zusammenwirkt mit dem Plastisch-Aufbauenden. Hinausfließen in das soziale Leben kann — ich möchte sagen — auch die Frage der sozialen Rätsel lösend, dasjenige, was durchschaut wird in dem richtigen anthroposophischen Erfassen der menschlichen Seelenrätsel.

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