Das Wesen der Anthroposophie
Nun habe ich Ihnen gekennzeichnet, wie der Mensch zu seinem Unsterblichen zunächst kommt, indem er nach der einen Seite sich hin entwickelt, hinausschauend über Geburt oder Empfängnis durch die imaginative und die inspirierte Erkenntnis. Die Wege anthroposophischer Forschung müssen aber weiter gehen. Nicht bloß soll entwickelt werden dasjenige, was Vorstellungskraft, was Gedankenkraft ist, sondern auch dasjenige, was menschliche Willenskraft ist, soll zu einer höheren Stufe entwickelt werden. Auch davon will ich wiederum das Prinzipielle angeben. Allerdings, dasjenige, was das Intimste der menschlichen Seele ist, das menschliche Fühlen, der menschliche Gemütsinhalt, der liegt ja zwischen dem Denken und dem Wollen mittendrinnen. Aber dasjenige, was so im Mittelpunkt der Seele als unser Gefühls-, unser Gemütsleben ruht, das entwickelt sich mit in die höheren Welten hinein, wenn man auf der einen Seite das Vorstellungsleben, wie angedeutet, entwickelt, auf der anderen Seite das Willensleben entwickelt.
Cite:
GA 80a/1922-01-23/p024 · edition original