{"corpus":"steiner","locus":"GA 80a/1922-01-23/p031","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Man möchte sagen: Am moralischen Leben kann man lernen, wozu es auch das Erkenntnisleben bringen muss. Allerdings, für das moralische Leben ist es uns im gewöhnlichen Bewusstsein gegeben, solche Intuitionen zu haben. Sie sind geborgen in dem, was unser Gewissen uns darbietet. In Bezug auf die Erkenntnis der übersinnlichen Welt, der die Menschenseele mit ihrem übersinnlichen Teil angehört, muss die intuitive Erkenntnis erst gesucht werden, nachdem man durchgegangen [ist] durch imaginative, durch inspirierte Erkenntnis. Die inspirierte Erkenntnis bietet erst das Objektive, das Eintreten in eine fremde Welt. Die intuitive Erkenntnis ist die völlige Hingabe an die objektive geistige Welt. Man lernt die letztere Objektivität nur genügend kennen, wenn man erst zugibt, dass die imaginative Erkenntnis einen nur in das eigene Subjektive des Menschen hineinführt. Und lernt man auf diese Weise eine geistige Welt kennen, dann enthüllt sich auch alles dasjenige, was als sinnliche Welt da ist, in der Form des Geistigen. Das heißt, man bleibt für das Gebiet der Natur vollständig auf dem Boden der Naturwissenschaft stehen. Man redet und phantasiert nicht von allerlei Geistigem, von allerlei nebulosen Wesenhaftigkeiten in der Natur. Man steigt auf durch eine wirkliche Erkenntnis zu demjenigen, was als geistige Wesenheiten erschaut wird, wenn sich die objektiv angesehenen sinnlichen Dinge und Wesenhaftigkeiten vor dem geistigen Blick metamorphosieren in der Art und Weise, wie ich es nur in ein paar Fällen Ihnen heute andeuten kann.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Das Wesen der Anthroposophie","site_heading":null,"date":"1922-01-23","location":null,"word_count":228,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/80a/1922-01-23/p031","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/80a/1922-01-23/p031"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/80a/1922-01-23/p031","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}