{"corpus":"steiner","locus":"GA 80a/1922-01-23/p033","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Und so wie man kennenlernt im gewöhnlichen Bewusstsein, dass da die äußeren Tatsachen im Inneren des Menschen weiterleben als Empfindungen, als Gedanken, als Auslöser von Willensimpulsen, so lernt man erkennen, dass im Tieferen der menschlichen Natur das äußere geistig-übersinnlich Sonnenhafte seine Fortsetzung findet. Man lernt das Sonnenhafte in der eigenen menschlichen Natur kennen. Man möchte sagen: Alles verwandelt sich von einem sinnlich, scharf Konturierten in ein Werden, in ein fortdauerndes Leben. Und die eigenen inneren Organe des Menschen, sie metamorphosieren sich vor dem übersinnlichen Blick so, dass sie im Werden erscheinen. Während Herz, Lunge, Gehirn, die anderen menschlichen Organe, für den gewöhnlichen sinnlichen Blick scharf abgeschlossen sind, gewissermaßen Dinge darstellen, geschieht es für den übersinnlichen Blick, dass wir nur reden können von einem Herzprozess, einem Magenprozess, einem Gehirnprozess, einem Lungenprozess. Alles geht ins Leben über, wird lebendig. Und indem das Sonnenhafte sich ergießt in dieses Leben, nehmen wir wahr, eben auf einer höheren Stufe, alles dasjenige, was aufsteigendes Leben ist, was zusammenhängt mit demjenigen, was uns jung macht und jung erhält, was wachsende, sprießende, sprossende Kräfte im Menschen sind, aber auch die sprießenden, sprossenden Kräfte draußen in den Reichen der Natur, im Pflanzenreich, im Tierreich und auch im Mineralreich. Man lernt jetzt geistig-seelisch durchschauen die Reiche der Natur und das eigene menschliche Innere. Das Eigentümliche ist, dass einem sonst der Mensch als Ganzes gegenübersteht; seine einzelnen Organe sind einzelne Teile. Jetzt lernt man erkennen, wie die einzelnen Organe den verschiedenen Gebieten, den verschiedenen Wirkungskräften des Kosmos zugeteilt sind. Man lernt zum Beispiel erkennen, wie die Gehirnkräfte zugeteilt sind den Sonnenkräften zunächst, indem sie in aufsteigender Entwicklung sind in der ersten Lebenshälfte, wie andere Organe, namentlich das Herz, den Sonnenkräften zugeteilt sind.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Das Wesen der Anthroposophie","site_heading":null,"date":"1922-01-23","location":null,"word_count":281,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/80a/1922-01-23/p033","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/80a/1922-01-23/p033"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/80a/1922-01-23/p033","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}