{"corpus":"steiner","locus":"GA 80a/1922-01-23/p040","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Ich möchte einen trivialen Vergleich gebrauchen: So wie die Nussschale in ihren einzelnen Formen nach genau denselben Gesetzen aufgebaut ist wie der Nusskern — wie Sie sehen, [wirken] in der Nussschale dieselben Kräfte in ihrer Lage, in der gegenseitigen Beziehung, wie im Nusskern drinnen selber —, so muss, wenn Anthroposophie nicht als eine Theorie, nicht als eine Summe von grauen Ideen, sondern als in Ideen auftretendes wirkliches Leben aufgefasst werden soll, dasjenige, was als ihre Umrahmung auftritt, gewissermaßen als ihre bauliche Schale, genau aus demselben Geiste heraus sein, aus dem auch die Ideen geholt sind, in denen das übersinnliche Leben dargestellt wird. Daher musste alles das, was in Dornach architektonisch, malerisch, plastisch oder sonst künstlerisch aufgeführt wurde, aus demselben Geiste heraus sein, aus dem dasjenige ist, was auf dem Podium als Wort gesprochen wird. Nicht anders als der Kern der Nuss zur Schale kann sich dieses in Ideen, in Gedankenformen Auftretende verhalten zu demjenigen, was aus den Formen spricht, die nicht stroherne Allegorien oder Symbole sind; da ist alles ins wirklich Künstlerische ausgeflossen. Und dennoch darf man, wenn das Ganze auch nur ein Anfang ist, mit einer gewissen Sicherheit sich doch auf Goethe berufen und namentlich auf Goethes Kunstanschauung. Man braucht nur zu denken daran, wie Goethe es ausgesprochen hat: Wem die Natur ihr offenbares Geheimnis enthüllt, der empfindet eine tiefe Sehnsucht nach ihrer würdigsten Auslegerin, der Kunst. - In einem anderen Spruch sagt Goethe aus derselben Gesinnung heraus: Die Kunst ist eine Manifestation geheimer Naturgesetze, die ohne sie niemals offenbar würden.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Das Wesen der Anthroposophie","site_heading":null,"date":"1922-01-23","location":null,"word_count":252,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/80a/1922-01-23/p040","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/80a/1922-01-23/p040"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/80a/1922-01-23/p040","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}