Das Wesen der Anthroposophie
Nun —- meine sehr verehrten Anwesenden —, damit habe ich nur auf einige Gebiete hingewiesen, in welchen Anthroposophie befruchtend werden kann, auf wissenschaftlichen und auf den anderen Gebieten des praktischen Lebens. Nur zum Schlusse möchte ich andeuten dasjenige, was jetzt zuletzt genannt werden muss, obwohl es nicht das Letzte ist: Indem anthroposophische Erkenntnis zum wirklichen Anschauen des Ewigen in der Menschenseele führt, indem sie zum wirklichen Erkennen desjenigen führt, was über Geburt und Tod hinausliegt, zum Ungeborenen, zum Unsterblichen im menschlichen Inneren, indem sie in diejenigen Welten führt, in denen die Menschenseele lebt, wenn sie keinen äußeren physischen Leib trägt, indem sie diese beiden Welten kennenlernt, lernt sie auch kennen das, was in der Menschennatur noch ist, tiefer als die physische Menschennatur, umfassender noch, intensiver noch als dasjenige, was die Seele erlebt, wenn sie in der geistigen Welt vor der Geburt oder nach dem Tode ist. Dasjenige, was in der Menschenseele gefunden wird, das erschöpft sich nicht in der Anschauung der natürlichen, der übersinnlichen Welt.
Cite:
GA 80a/1922-01-23/p047 · edition original