Das Wesen der Anthroposophie

GA 80a/1922-01-23/p051 ·1922-01-23 · original (original)
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Und soll ich kurz zusammenfassen am Schluss in wenig Worten dasjenige, was ich versuchte — allerdings, in einem kurzen Vortrage kann das nur ungenügend geschehen — als das Wesen der Anthroposophie zu schildern, so möchte ich sagen: Der Mensch steht vor uns mit seiner physisch leiblichen Gestaltung. Wir schauen ihn an. Aus seinem tiefsten Innern spricht sein Seelisch-Geistiges. Aus seinem Antlitz, aus jeder seiner Bewegungen spricht es. Wir haben nicht den ganzen Menschen vor uns, wenn wir nicht dieses Geistig-Seelische in dem Natürlich-Leiblichen schauen. Naturwissenschaft hat es im Laufe der letzten drei bis vier Jahrhunderte, insbesondere im neunzehnten Jahrhundert, zu einer hohen Vollendung gebracht. Anthroposophie will nicht auf Laientum, auf Dilettantismus bauen, obwohl sie für jeden Menschen ist. Der anthroposophische Forscher möchte jedes Laientum, jeden Dilettantismus auf naturwissenschaftlichem Gebiete ausschließen. Er möchte gerade auf naturwissenschaftlichem Gebiet echte Wissenschaftlichkeit und echte Methodik zur Entfaltung gebracht wissen. Damit aber ist er sich gerade klar, wie die äußere Naturwissenschaft, die mit Recht solche Triumphe gefeiert hat, die so bedeutsam ins praktische Leben eingegriffen hat nach der Außenseite hin, wie diese Naturwissenschaft etwas Äußeres darstellt, was zu vergleichen ist mit dem Physisch-Leiblichen des Menschen.

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