Das Wesen der Anthroposophie

GA 80a/1922-01-24/p033 ·1922-01-24 · original (original)
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Und dadurch, dass wir gewissermaßen unseren ganzen physischen Organismus als durchsichtiges Sinnesorgan gestaltet haben, dadurch haben wir jetzt ausgebildet zu einer höheren Stufe hin eine Seelenkraft, die, wie ich weiß, von vielen nicht gern als Erkenntniskraft hingenommen wird. Sie soll auch nicht als Erkenntniskraft gelten, so wie sie im gewöhnlichen Leben ist, aber sie wird eben höher entwickelt, und da wird sie zu einer Erkenntniskraft. Ich meine die Kraft der Liebe. Die Kraft der Liebe, sie ist im gewöhnlichen Leben dasjenige, was uns als Menschen erst als soziale Wesen vor allen Dingen wertvoll macht. Die Liebe ist die beste, die schönste Kraft des alltäglichen Lebens, im Einzelnen und als soziale Liebe. Wenn sie so gesteigert wird, wie sie durch die genannten Willensübungen gesteigert werden kann, wenn diese Willensübungen unseren Organismus in der geschilderten Weise durchsichtig machen, dann wird die Liebe zu einer höheren Stufe entwickelt. Wir entwickeln die Kraft, überzugehen in das objektiv Geistige, und die dritte Erkenntnisstufe tritt ein, diejenige der wahren Intuition, die ich genannt habe: intuitive Erkenntnis. Das Wort Intuition verwendet man auch im gewöhnlichen Leben — ich werde darauf zurückkommen —, aber nicht so, wie im gewöhnlichen Leben, sondern in dieser entwickelten Form, wie ich es auseinandergesetzt habe, gebrauche ich das Wort intuitive Erkenntnis. Das ist eine Erkenntnis, wo der Mensch im Geistigen drinnensteht, nachdem er seinen Leib gewissermaßen durchsichtig gemacht hat, zum Sinnesorgan umgewandelt hat.

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