Anthroposophie und die Rätsel der Seele

GA 80a/1922-01-26/p005 ·1922-01-26 · original (original)
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Anthroposophie, wie sie hier gemeint ist, will durchaus streng auf dem Boden ernstester, wissenschaftlicher Gewissenhaftigkeit und Methodik arbeiten, wie sie nur heranerzogen werden konnten im Verlaufe der letzten vier bis fünf Jahrhunderte, insbesondere des neunzehnten Jahrhunderts, im naturwissenschaftlichen Forschen. Allein, da sich Anthroposophie befassen will mit dem, was die tiefste Sehnsucht, die ernstesten Hoffnungen und die stärksten Kräfte und Lebensquellen der Menschenseele sind, so geht Anthroposophie einen jeden Menschen an — und man möchte sagen —, es liegt schon dadurch in ihrer Natur, sich nicht nur an das einzelne Wissenschaftsgebiet, sondern an alle Menschen zu wenden. Man kann ja auch sehen, wie der einfache gesunde Menschenverstand, wenn er nur nicht von dem einen oder anderen Vorurteil eingenommen ist, durchaus den Weg zum Verständnis der anthroposophischen Forschungsmethoden findet. Darüber habe ich mich in den zwei Vorträgen ausgesprochen, die ich kürzlich hier in der Philharmonie gehalten habe. Heute soll meine Darstellung die Seelenrätsel ganz besonders betreffen.

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