{"corpus":"steiner","locus":"GA 80a/1922-01-26/p006","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Auch vor das naturwissenschaftliche Forum sind ganz intensiv diese Seelenrätsel in der neuesten Zeit getreten. Diese Naturwissenschaft, die, wo sie berechtigt ist, von der Anthroposophie voll anerkannt wird, und die mit Recht immer wieder und wieder auf ihre großen Triumphe für die Erkenntnis wie für das Leben in der neuesten Zeit hinweist, diese Naturwissenschaft hat ernste Denker gerade in der Gegenwart — ich möchte sagen — herangezwungen an die Rätsel der Seele. Naturwissenschaftliche Forschung befasst sich ja vor allem mit dem, was dem Menschen sinnlich gegeben ist, und was durch Beobachtung und Experiment und durch den kombinierenden Verstand bis zu seinen Gesetzen zurückgeführt werden kann. Aber was diesem naturwissenschaftlichen Forschen in der neuesten Zeit immer mehr und mehr abhandengekommen ist, das ist der Mensch selber. Die äußere menschliche Natur, die physische Organisation des Menschen, sie ist und wird ja immer wieder und wieder ins Auge gefasst durch die naturwissenschaftlichen Methoden. In der Ausdehnung dieser Methoden auf die großen Fragen des Seelenlebens insbesondere muss Anthroposophie finden, dass diese naturwissenschaftlichen Methoden sich selber, selbst bei großen Forschern, nicht eigentlich treu bleiben. Aus diesem Grunde möchte ich einleitungsweise auf die Art hinweisen, wie gerade von naturwissenschaftlicher Seite an die Seelenrätsel in der Gegenwart oftmals herangegangen wird, und wie sich anthroposophische Forschung zu diesem Wege dennoch ablehnend verhalten muss, weil sie — wie ich in den vorigen Vorträgen betont habe — für das Gebiet des Übersinnlichen, für das Gebiet des Seelen- und Geisteslebens strenger, kritischer vorgehen muss, aus wissenschaftlicher Gewissenhaftigkeit heraus, als man selbst auf naturwissenschaftlicher Seite vorgeht, wenn Fragen des Seelen- und Geisteslebens in die Betrachtung gezogen werden sollen.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Anthroposophie und die Rätsel der Seele","site_heading":null,"date":"1922-01-26","location":null,"word_count":266,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/80a/1922-01-26/p006","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/80a/1922-01-26/p006"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/80a/1922-01-26/p006","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}