{"corpus":"steiner","locus":"GA 80a/1922-01-26/p008","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Oliver Lodge hat mit Hilfe eines Mediums angeblich also Nachrichten bekommen von der Seele seines im Kriege gefallenen Sohnes Raymond Lodge. Unter diesen Nachrichten war eine ganz bedeutsam. Da machte, wie Oliver Lodge glaubte, die Seele seines Sohnes durch das Medium ihm die Offenbarung, dass vierzehn Tage vor dem Tode Raymond Lodge mit anderen Kameraden sich habe fotografieren lassen, dass ein Gruppenbild aufgenommen sei, dass der Fotograf zwei Bilder hintereinander aufgenommen habe und dass die Art und Weise, wie Raymond Lodge sitzt, beim ersten und zweiten Bilde etwas anders ist. Von diesem Bilde, um das es sich dabei handelte, wusste niemand etwas, als das Medium diese angeblich von der Seele des Raymond Lodge kommende Nachricht brachte. Die versammelte Familie Oliver Lodges wusste nichts. Das Bild war in Frankreich gemacht worden, war noch nicht in England angekommen, als die entsprechende Sitzung war. Dennoch war durch das Medium die Sache vollständig klar beschrieben worden. Für den strengen Naturforscher Oliver Lodge schien es, als ob [durch] dieses Experiment ganz zweifellos feststehen würde, dass da die Seele seines verstorbenen Sohnes selber gesprochen habe. Denn wer sollte etwas wissen von dem, was an dem Orte, wo das Experiment vollzogen wurde, eben gänzlich unbekannt war. Alle Fehlerquellen, wie man sie ja bei physikalischen Forschungen zum Beispiel kennt, sind sorgfältig ausgeschlossen. Daher war der Eindruck dieses Experimentes, als es in dem ausführlichen Buche beschrieben wurde, auch auf unbefangene Leser außerordentlich frappierend wirkend. Und dennoch: Obgleich hier ein strenger Naturforscher mit Beobachtung aller naturwissenschaftlichen Gewissheit spricht, muss Anthroposophie darauf aufmerksam machen, dass ihre Art der Forschung nach dem Übersinnlichen kritischer sein muss als solche ins Seelengebiet hineingetriebene naturwissenschaftliche Methode. Denn es ist schließlich doch nichts anderes als Laientum in Bezug auf die Seelenforschung, was hier gesprochen hat.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Anthroposophie und die Rätsel der Seele","site_heading":null,"date":"1922-01-26","location":null,"word_count":289,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/80a/1922-01-26/p008","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/80a/1922-01-26/p008"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/80a/1922-01-26/p008","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}