Anthroposophie und die Rätsel der Seele

GA 80a/1922-01-26/p009 ·1922-01-26 · original (original)
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Es gibt einfach abnorme Kräfte und Fähigkeiten im menschlichen Organismus, und die neuere Wissenschaft macht sich ja in gewissen Grenzgebieten mit solchen abnormen Fähigkeiten sehr viel zu tun. Anthroposophie aber hat es nicht zu tun mit diesen abnormen Fähigkeiten, sondern nur mit der Fortentwicklung der normalen menschlichen Erkenntnisfähigkeit ins übersinnliche Gebiet hinein. Man kann wissen, wie abnorme Fähigkeiten wirken können, wie es tatsächlich möglich ist, dass durch besondere — und es sind immer eigentlich krankhafte Veranlagungen des Menschen, die aber der Mediumismus voraussetzt —, wie durch solche Veranlagungen die Bedingungen des sinnlichen Erfahrens in gewissen Fällen durchbrochen werden können, wie der Raum überwunden werden kann, wie aber auch die Zeit überwunden werden kann, und wie es durchaus ein sicher festgestelltes Ergebnis ist, dass durch solche abnormen, krankhaften Fähigkeiten der Mensch zum Beispiel schaut, wie er bei einem Ritt, der in vierzehn Tagen stattfinden soll, vom Pferde fällt. Wenn die Voraussicht eine richtige ist, tritt das Ereignis ein, trotz aller Vorsicht, die etwa zu seiner Abwendung angewendet wird. Solche Erlebnisse sind gesicherte Ergebnisse; sie beruhen aber nicht auf den normalen Erkenntnisfähigkeiten des Menschen, sondern auf abnormen Fähigkeiten.

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