Anthroposophie und die Rätsel der Seele

GA 80a/1922-01-26/p025 ·1922-01-26 · original (original)
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Geradeso wie ein Muskel, wenn er gebraucht wird, sich verstärkt durch den Gebrauch, so werden auch unsere seelischen Fähigkeiten in einer ganz bestimmten Weise verstärkt und erkraftet, wenn durch längere Zeit ausdauernd solche Seelenübungen vom Menschen gemacht werden. Und wenn ich charakterisieren soll, wodurch die Menschen zu solchen, auf normalem Wege zu erreichenden Fähigkeiten kommen, so möchte ich sagen: Wenn wir als ehrlicher Mensch auf unser Gedankenleben hinschauen, wie es sich an der äußeren Wahrnehmung und an den Erscheinungen des Lebens entwickelt, dann können wir nur sagen: Es läuft in uns so ab, dass wir gestehen müssten: «Es denkt in uns.» Denn dass ich denke, gerade einer unbefangenen Selbstschau kündigt es sich ja an: Wir bemerken, wie "es» in uns denkt. Und wir beziehen, indem wir durch unsern Leib das Denken sich offenbaren sehen, dieses Denken auf uns selbst zurück und sprechen: «Ich denke», während wir für das gewöhnliche Bewusstsein und für die gewöhnliche Wissenschaft eigentlich nur aussprechen sollten: «Es denkt in uns» Wenn wir aber das Seelenleben durch entsprechende Meditations- und Konzentrationsübungen erkraften, dann kommen wir wirklich zu dem inneren Bewusstsein, das aussprechen darf: "Ich denke.»

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