{"corpus":"steiner","locus":"GA 80a/1922-01-26/p026","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Denn dann reißt sich das Denken los von dem, was die physische Organisation ist. Ich weiß, wie viel Paradoxes für das heutige Bewusstsein mit einem solchen Satze ausgesprochen wird. Allein, hier geht wieder die Anthroposophie mit ihrer Forschung, die eine anschauliche ist, durchaus vorsichtig und kritisch vor. Anthroposophie weiß durchaus, wie das gewöhnliche Denken gebunden ist an die physische Organisation des Menschen. Sie trägt nicht laienhaft, nicht dilettantisch vor. Sie gibt denjenigen recht, die da das Zentralenorgan des Nervensystems, das Gehirn, untersuchen und uns zeigen, wie dieser oder jener Teil der menschlichen Seelenfähigkeiten ausfällt, wenn dieser oder jener Teil des Gehirns abgetragen wird. Anthroposophie untersucht auch, wie das Gedächtnis, das Erinnerungsvermögen gebunden ist an die Verfassung des physischen Organismus. Und sie kommt deshalb zuletzt — das mögen ihr manche sogar in missverständlicher Weise als eine Art Materialismus auslegen — zu der Auffassung, dass für das ganze gewöhnliche Seelenwesen die physische Körperlichkeit die absolute Grundlage ist. Dann aber, wenn entsprechende Meditations- und Konzentrationsübungen gemacht werden und wenn das Denken erkraftet ist, dann reißt sich das Denken als Seelenleben los von der physischen Organisation, dann tritt das Seelenwesen erst als ein in sich selbstständiges auf. Dann weiß der Mensch: \"Ich denke, und in dem 'Ich denke weiß er, dass das Denken jetzt verläuft als ein selbstständiger Prozess, rein seelisch-geistig, nicht mehr bedingt, nicht mehr abhängig von der Leibesorganisation.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Anthroposophie und die Rätsel der Seele","site_heading":null,"date":"1922-01-26","location":null,"word_count":226,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/80a/1922-01-26/p026","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/80a/1922-01-26/p026"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/80a/1922-01-26/p026","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}