Anthroposophie und die Rätsel der Seele
Durchschaut man aber mit unbefangenem Blick, was in diesem Traumleben vorhanden ist, so muss man sagen: Dieses Traumleben spricht Hohn alledem, was den Menschen orientierend ins Dasein hineinstellt im wachen Tagesleben, durch das er sich ja allein zwischen Geburt und Tod in die Welt fruchtbar hineinstellen kann. Woher kommt das? Gerade wer durchschaut, dass der Mensch im Schlafe als geistig-seelisches Wesen vorhanden ist und dass sein Bewusstsein nur herabgedämpft ist, der wird, wenn er das Traumleben studiert, dieses sporadische Aufleuchten des Bewusstseins im Traume so betrachten können, dass der Mensch dann mit seinem Geistig-Seelischen gleichsam nur von Ferne herankommt an die Peripherie des Leiblichen, dass er noch nicht völlig beim Aufwachen eintritt in die leibliche Sphäre oder, wenn Träume sein Einschlafen begleiten, aus ihr heraustritt.
Cite:
GA 80a/1922-01-26/p043 · edition original