{"corpus":"steiner","locus":"GA 80a/1922-01-26/p044","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Wenn der Mensch so mit seinem Geistig-Seelischen an der Peripherie des Leiblichen lebt und dieses Leibliche ihm gegenübersteht wie ein dunkles Gebilde, dann tauchen die mit Willkür belasteten Träume auf. Und wenn dann der Mensch sich in seiner physischen Organisation als zu schwach erweist, um — ich möchte sagen — vollständig in seine eigene Organisation das Geistig-Seelische aufzunehmen, sich mit ihm zu durchdringen und es mit sich zu durchdringen, dann setzt sich das geistig-seelische Traumerleben in den physischen Organismus fort, wird dort zum Halluzinatorischen, zum Visionären, zum medialen Leben, zu demjenigen Leben, das leicht suggerierbar ist, und dergleichen mehr. Ja, es treten als krankhafte Erscheinungen des Seelenlebens gerade diejenigen Gebilde auf, die dadurch entstehen, dass das, was als Traumgebilde, als traumhaftes Seelenerleben bloß an der Peripherie des Leiblichen bleiben sollte, zu tief in den physischen Organismus untertaucht. Dadurch werden diejenigen Rätsel des Seelenlebens einer Lösung entgegengeführt, die sich an das halluzinatorische, visionäre oder mediale Leben anschließen. Anthroposophie muss gerade diesen Erscheinungen ablehnend gegenüberstehen, wenn sie sich so geltend machen wollen, dass durch sie wirklich etwas von der geistigen Welt erkannt werden könnte. Wenn aber der Mensch mit seinem Geistig-Seelischen nicht nur an der Peripherie des Leiblichen schwebt, sondern wenn er vollständig in seinen physischen Leib untertaucht, sodass die beiden eins werden, wenn also das Willkürleben des Traumes dadurch eine Verwandlung erfährt, dass die Traumbilder durchdrungen werden von den Kräften der Orientierungslinien, die gebildet werden aus der Gesetzmäßigkeit des vollen physischen Leibes mit der äußeren physischen Natur, dann tritt das gesunde, wache Tagesleben ein. Dann ist das, was die physische menschliche Organisation ist, in ihren absterbenden und aufbauenden Kräften eins geworden mit dem Geistig-Seelischen; dann wirken sie als eines zusammen.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Anthroposophie und die Rätsel der Seele","site_heading":null,"date":"1922-01-26","location":null,"word_count":279,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/80a/1922-01-26/p044","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/80a/1922-01-26/p044"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/80a/1922-01-26/p044","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}