Anthroposophie und die Rätsel der Seele

GA 80a/1922-01-26/p045 ·1922-01-26 · original (original)
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Aber der Mensch, der in seinem Geistig-Seelischen lebt, wirkt durch das Werkzeug des physischen Leibes, der ihm die Orientierung in der physisch-sinnlichen Welt gibt. Wenn nun durch die geschilderten Übungen das eintritt, dass der Mensch in seinem Geistig-Seelischen nicht nur völlig eins wird mit dem physischen Leibe, sondern über dieses hinaus der ganze physische Organismus des Menschen zu einem Sinnesorgan wird, dann tritt der dritte Bewusstseinszustand ein — das übersinnliche Bewusstsein. Dann verhält sich das gewöhnliche, wache Tagesbewusstsein zu dem übersinnlichen Bewusstsein so, wie sich der Traum verhält zum wachen Tagesleben. Auf diese Weise kann man unterscheiden, indem man an die Seelenrätsel herantritt: das dunklere Traumbewusstsein, das hellere, wache Tagesbewusstsein und das übersinnliche Bewusstsein. Das Letzte ist es, das uns dann in die ewigen Gründe der Menschenseele hineinführt, in die Fragen des Ungeborenseins und der Unsterblichkeit. Auch jene Rätsel, die nach dem Krankhaften des Seelenlebens hingehen, lösen sich gerade dadurch, dass man ihre Erscheinungen in sachgemäßer Weise vergleichen kann mit dem, was sich in gesunder Weise als übersinnliche Erkenntnis entwickeln kann.

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