Anthroposophie und die Rätsel der Seele

GA 80a/1922-01-26/p050 ·1922-01-26 · original (original)
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Wenn wir aber die Welt so ansehen, dass wir uns nicht an die gewöhnlichen Gedankenkräfte, an die Sterbekräfte wenden, an die sich ja das intellektuelle Erkennen wendet, weil es gebunden ist an die Sterbekräfte und mit diesen Kräften auch nur das Tote, Unlebendige der Natur erfassen kann, sondern wenn wir hinweisen auf die unsterbliche, lebendige Natur des Weltendaseins, indem wir uns erheben von der gewöhnlichen Seelenerkenntnis zu jener Seelenerkenntnis, die dem übersinnlichen Schauen gegeben ist, dann wird dadurch unsere Seele verankert in einem unsterblichen Weltendasein, und damit wird erst eine Aussicht auf eine wahre Lösung der Seelenrätsel eröffnet. Wenn nun etwa jemand sagen wollte: Dieser Anthroposophie fehlt aber doch die sichere Grundlage der äußeren Tatsachenerkenntnis, denn sie will nur bauen auf dem, was erst aus dem Innern des Seelenlebens entwickelt worden ist. So wird der, der nun alles durchschaut, was ich heute nur andeutungsweise vorbringen konnte, sich doch sagen: Ein solcher Einwand gleicht dem andern, den einer machen würde, der sagte: Jedes Ding muss auf einem festen Boden stehen, damit es nicht fällt. Das ist selbstverständlich richtig für Dinge, die auf der Erde stehen. Schauen wir dagegen in den Weltenraum hinaus, so wäre es töricht zu fragen: Worauf ruht die Erde, worauf der Mond, worauf die anderen Körper des Weltenalls? Sie haben eben ihren Halt in ihren gegenseitig aufeinander wirkenden Kräften, sie tragen einander gegenseitig.

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