Anthroposophie und Geisteserkenntnis

GA 80a/1922-05-16/p005 ·1922-05-16 · original (original)
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Zwei Beispiele möchte ich herausheben aus alledem, was so in der Seele vorhanden ist, zwei Beispiele, die vielleicht gar nicht einmal zu den allergewöhnlichsten gehören, die aber gerade zeigen können, welche Ecken seines Seelenlebens der Mensch antrifft, wenn er über den Geist sich aufklären will. Wir sehen jeden Tag, wenn wir übergehen aus dem Wachzustande in den Schlafzustand, wie dasjenige, was unsere innere geistige Regsamkeit, unsere innere geistige Tätigkeit ist, wie das sich hinablähmt, hinabdämmert in ein unbestimmtes Dunkel, wie die Zeit des Schlafes eintritt, der gegenüber wir nicht sagen können, was es nun eigentlich ist mit der inneren geistig-seelischen Regsamkeit und Tätigkeit. Da fühlen wir dann — man darf wohl sagen — die Ohnmacht desjenigen, was unsere Geistigkeit ist. Wir leben in dieser Geistigkeit vom Aufwachen bis zum Einschlafen, wir fühlen uns eigentlich so recht als Menschen, wenn wir in dieser Geistigkeit leben, aber wir sehen sie verglimmern, verdämmern und sind eben ohnmächtig gegenüber diesem alltäglich uns Entschwindendem, gegenüber demjenigen, was unser wahrhaft Menschliches ist, und ohne dass wir es auch immer fühlen — wie gesagt —, aus dem unbewussten Erleben dieser Ohnmacht geht dasjenige hervor, was uns Unsicherheit über Wesen und Schicksal unseres Geistes gibt. Und das ist die eine Seite.

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