{"corpus":"steiner","locus":"GA 80a/1922-05-16/p036","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Das kann ich auf folgende Weise charakterisieren. Indem wir hier zwischen Geburt und Tod stehen, schauen wir in die äußere Welt, wir blicken hinauf in den Kosmos, bewundern die Sterne, bewundern die Herrlichkeit von Sonne und Mond; wir blicken hin auf die Reiche der Natur, wir schauen die wunderbaren Gesetzmäßigkeiten durch unsere Wissenschaft immer mehr und mehr, die in alledem leben. Aber indem wir da hinausschauen und in unbefangener Weise auf uns selbst zurückblicken auf dasjenige, was in unserem Inneren ist, müssen wir uns sagen: Finster ist das, was da der Mensch zwischen Geburt und Tod im gewöhnlichen Bewusstsein erblickt, wenn er in sein Inneres hineinschaut. Wir müssen schon sagen: Was da drinnen lebt als unser Organismus — gewiss, einiges davon, aber eben nur in seiner Totheit, zeigt die Anatomie, die Physiologie — aber gerade Anthroposophie zeigt, dass der Mensch in einem ganz anderen Sinne da drinnen eine Welt hat, als es uns die gewöhnliche Wissenschaft zeigt. Lernt man das wirklich kennen, was da drinnen ist, dann wird man sich sagen: Ja, wunderbar ist da draußen der Luftkreis und seine inneren Gesetzmäßigkeiten, aber wunderbarer als dieser Luftkreis mit all seinen Geheimnissen ist dasjenige, was in unserer eigenen Lunge als Gesetzmäßigkeiten vor sich geht. Wunderbar ist da draußen die Sonne mit all den Wirkungen, die von ihr ausgehen, die sich in Licht und Wärme ausdrücken, aber wunderbarer als das Licht, als die Wärmeströmungen, wunderbarer als alles das ist dasjenige, was da drinnen lebt in dem menschlichen Organismus, in dem Bau unseres Herzens. Und so können wir, wenn wir auf das menschliche Innere gerade in Bezug auf die Leibesorganisation sehen, so können wir uns sagen: Groß und gewaltig die Welt des äußeren Erkennens; größer und gewaltiger dasjenige, was als ein Mikrokosmos in uns lebt.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Anthroposophie und Geisteserkenntnis","site_heading":null,"date":"1922-05-16","location":null,"word_count":292,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/80a/1922-05-16/p036","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/80a/1922-05-16/p036"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/80a/1922-05-16/p036","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}