{"corpus":"steiner","locus":"GA 80a/1922-05-16/p040","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Eignen wir uns das Bewusstsein an, das zu dem Aurischen führt, das ich charakterisiert habe, dann ist es so, wie die Welt für den operierten Blindgeborenen ist. Er hat früher keine Farben, keine Lichter wahrnehmen können, jetzt nimmt er sie wahr. Früher sah man das, was der Mensch als Lebensschritte unternahm, dem Zufall unterliegen. Jetzt aber, nachdem das geistige Auge geöffnet ist, sieht man hin auf erste Schritte, die das Kind ausführt, auf unbestimmte Sympathien und Antipathien, immer mehr und mehr entwickelt das Kind seine Lebensschritte. Sympathien und Antipathien, die in ihm aufsteigen, führen das Kind zu den folgenden Schritten, die entscheidend werden im menschlichen Lebensgeschehen, und wir merken, wie das Ziel schon eingeschlagen war in den Sympathien und Antipathien, die in den ersten kindlichen Schritten vorhanden waren. Wir schauen mit anderen Worten auf die Gestaltung des menschlichen Schicksals hin, und in ganz naturgemäßer, elementarer Weise werden wir uns klar, wenn so unser geistiges Auge geöffnet wird — so wie es uns klar wird, wenn wir einen erwachsenen Menschen anschauen, dass der ein Kind war —, so können wir wissen, dass dieses Schicksal, das sich im Laufe des Lebens herausbildet, von anderen Lebensläufen herrührt, dass das Erdenleben der Menschen in Wiederholungen durchgemacht wird, dass das ganze Leben Ursache und Wirkung anderer Leben zwischen Tod und einer neuen Geburt ist, und dass sich dasjenige, was schicksalsmäßig ist, aus dem einen Leben in das andere hinüberzieht.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Anthroposophie und Geisteserkenntnis","site_heading":null,"date":"1922-05-16","location":null,"word_count":234,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/80a/1922-05-16/p040","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/80a/1922-05-16/p040"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/80a/1922-05-16/p040","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}