2. Die Anthroposophie als Erkenntnis- und Lebensgut

GA 80b/1921-01-28/p012 ·1921-01-28 · original (original)
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Das ist dasjenige, was natürlich seinen Ausgangspunkt nehmen muss von der eben charakterisierten intellektuellen Bescheidenheit, von der Anschauung, dass in der Seele noch etwas liegen kann, was noch nicht entwickelt ist, was man aber noch entwickeln kann. Von diesem Punkte geht dasjenige aus, was anthroposophisch orientierte Geisteswissenschaft ist. Von diesem Punkte aus sucht sie wirklich dasjenige, was in der Seele veranlagt ist, herauszugestalten aus dieser Seele. Die Methoden, die sie dabei anwendet, sind wirklich nicht mit irgendwelchen äußeren Maßnahmen zu vergleichen. Sie sind Methoden, welche intim auf das innere Seelenleben selber angewendet werden. Aber man soll nur nicht glauben, dass das, was da zustande kommt dadurch, dass intime innere Seelenfähigkeiten entwickelt werden, etwa leichter sei als das Forschen im Laboratorium oder auf der Klinik oder dem astronomischen Observatorium. Sondern was ich Ihnen jetzt kurz prinzipiell andeuten will, erfordert Jahre, Jahre innerer, ernster und hingebungsvoller Seelenarbeit. Diese hingebungsvolle Seelenarbeit, die würdigen eben manche Menschen, die von der Sache wenig kennen, durchaus nicht. Und daher glauben sie, dass dasjenige, was auf dem Gebiete der Geisteswissenschaft gesagt wird, so, wie irgendetwas Phantastisches, aus dem Blauen heraus geholt wird. Das ist aber durchaus nicht der Fall.

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