2. Die Anthroposophie als Erkenntnis- und Lebensgut

GA 80b/1921-01-28/p016 ·1921-01-28 · original (original)
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Erinnerungsfähigkeit, sie ist — wie Sie wissen — dasjenige, was in unser Leben Zusammenhang hineinbringt. Zunächst haben wir ja diese Erinnerungsfähigkeit so, dass wir in einem bestimmten späteren Zeitpunkte unseres Lebens ein Ereignis wiederum vor unsere Seele hinzaubern können, welches wir vielleicht vor vielen Jahren erlebt haben. Damals standen wir mit unserem ganzen Menschen in diesem Ereignisse darinnen. Damals berührten wir sozusagen dasjenige, was in der Außenwelt Anlass zu einem bestimmten Erlebnis war. Damals waren unsere Sinne diesem Erlebnis ausgesetzt. In späteren Zeitabschnitten des Lebens rufen wir aus der Seele selbst, vielleicht durch einen Anlass, vielleicht aber durch einen inneren Anlass oder irgendetwas dergleichen, in einem Bilde dasjenige hervor, was einstmals ein Erlebnis war. Und haben wir gesunde Seelenkräfte, so wissen wir ganz genau, einfach innerlich durch dasjenige, was in den Lebenszusammenhängen sich für unser Seelendasein ausbildet, ob wir uns irgendeine Phantastik vormachen, ob wir etwas bloß ausdenken oder ob dasjenige, was in unserer Seele aufsteigt, nur das Bild, gewissermaßen die Imagination ist von demjenigen, was wir in der äußeren Sinneswelt erlebt haben.

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