2. Die Anthroposophie als Erkenntnis- und Lebensgut

GA 80b/1921-01-28/p017 ·1921-01-28 · original (original)
Record: unknown. How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.

Diejenigen, die etwas eingehender sich mit dem befasst haben, was die Erinnerungsfähigkeit eigentlich für das menschliche Seelenleben bedeutet, die wissen, dass unser Ich niemals so richtig gesund ist, wenn irgendetwas in dieser Erinnerung nicht stimmt — bis zu jenem Zeitpunkte zurück, bis zu dem wir uns gewöhnlich als in den ersten Lebensjahren liegend zurückerinnern können. Wenn man irgendwo, ich möchte sagen einen Abschnitt des Lebens hat, auf den man nicht kommen kann in der Erinnerung, wo gewissermaßen der Lebensfaden unterbrochen ist, da zeigt sich auch etwas, was einen innerlich so beunruhigt, dass das Ich, dieser ganze Zentralpunkt des menschlichen Seelenwesens, dass dieses sich nicht als gesund fühlen kann. Und Sie wissen auch, wie krankhafte Zustände in das Ich eingreifen können und wie durch das Abreißen der Erinnerung gerade sich da ganz furchtbare Seelenkrankheitszustände geltend machen. Es gibt Menschen - sie werden davon schon gehört haben, meine sehr verehrten Anwesenden —, die stiegen irgendwo in einen Zug ein, fuhren drauflos bis zu irgendeinem Punkte. Dann stiegen sie aus. Sie finden sich erst später wieder zurecht. Sie haben völlig den Lebensfaden durchschnitten. Und nachher? Sie können sich nicht erinnern an dasjenige, was sie durchgemacht haben. Dieser Erinnerungsfaden ist das, was unser Ich zusammenhiält.

Read this passage in another edition
DEoriginalENEnglish
Raw JSON: /v1/steiner/de/ga/80b/1921-01-28/p017.json
Cite: GA 80b/1921-01-28/p017 · edition original