{"corpus":"steiner","locus":"GA 80b/1921-01-28/p018","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Was liegt denn da eigentlich zugrunde, wenn wir uns an irgendein Ereignis erinnern? Ja, indem wir die Erlebnisse durchmachen, sind sie gewissermaßen im Augenblicke vor uns. Dasjenige, was wir an ihnen erleben, wir können es innerlich dauernd machen. Und was wir dann dauernd gemacht haben, es ist ein innerlich in der Seele aufleben könnendes Bild. Ich brauche mich heute gar nicht darüber zu verbreiten, was eigentlich da im Innern des Menschen vor sich geht; das können Sie in meinen Ausführungen in der geisteswissenschaftlichen Literatur finden. Dasjenige, was zunächst der Tatbestand ist, das ist, dass wir Bilder von Erlebnissen hervorholen können, die wir gehabt haben, und dass also dadurch das Erlebnis in unserer Seele zu einem dauernden wird. Sehen Sie, an dieser Eigenschaft des Dauernden muss man festhalten und, ich möchte sagen damit experimentieren lernen, so wie man experimentiert mit den äußeren Dingen im chemischen Laboratorium. Man muss tatsächlich lernen, ebenso zu denken über diese innerlichen Dinge, wie man es sich angeeignet hat gerade in der Wissenschaft, in der modernen Wissenschaft, deren Verdienste nicht in den Schatten gestellt werden sollen durch Geisteswissenschaft. Wie man sich — sagen wir, um in dieser modernen Wissenschaft zu denken —, sich da gewisse Dinge vornimmt, kommt man in dem Moment auf eine andere Zusammenfassung desjenigen, was man in der Natur nur beobachten kann. Wie man da aus der Naturbeobachtung das Experiment macht und dadurch auf gewisse Dinge kommt, die man aus der Beobachtung selber nicht entnehmen könnte, die man erst [aus] dieser künstlich zugerichteten Beobachtung dem Experiment entnimmt, so kann man auch gewisse Seelenfähigkeiten des Menschen nicht ausbilden, wenn man nicht gewissermaßen zu dem innerlichen Arbeiten an den Seelenfähigkeiten selber greift.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"2. Die Anthroposophie als Erkenntnis- und Lebensgut","site_heading":null,"date":"1921-01-28","location":null,"word_count":276,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/80b/1921-01-28/p018","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/80b/1921-01-28/p018"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/80b/1921-01-28/p018","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}