2. Die Anthroposophie als Erkenntnis- und Lebensgut
Dieses innere Experimentieren, dieses Ruhen auf überschaubaren Vorstellungen, die keine Reminiszenzen sein können, von denen man weiß, es wirkt in ihnen nur dasjenige, was eben gegenwärtig im Bewusstsein ist, das bringt endlich aus den Tiefen der Seele gewisse Kräfte herauf, die sich ebenso entwickeln an einem solchen Üben, wie sich die Muskelkräfte entwickeln, wenn man physisch arbeitet. Die seelischen Kräfte entwickeln sich, und man erlangt eine Fähigkeit, welche weit über das Erinnern, über das bloße Erinnern hinausgeht. Das bloße Erinnern bringt uns in Bildern Erlebnisse vor die Seele, die wir in diesem physischen Leben durchgemacht haben. Aber dasjenige, was man nun als Seelenfähigkeit durch eine weitere Entwicklung der Erinnerungsfähigkeit ausbildet, das lehrt einen so recht, dass der Mensch, so wie er dasteht in der Welt, durchaus aus dem Ganzen der Natur und des Weltenalls herausgeboren ist. Das lehrt einen, dass alles dasjenige, was draußen ausgebreitet ist in der Welt und was jemals ausgebreitet war in dieser Zeit, in dieser Welt, die uns umgibt und in der wir selber sind, dass das alles in irgendeinem Entwicklungszusammenhang mit dem Menschen steht.
Cite:
GA 80b/1921-01-28/p026 · edition original